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Der Gründer Franz Küng

Franz Küng wird am 11.11.1906 in Schaffhausen geboren. Bis ca. 1927 absolviert er eine Lehre als Klavierbauer in Schaffhausen und macht sich danach - wie damals üblich - auf zu Wanderjahren nach Deutschland und Holland. 1933 kehrt er nach Schaffhausen zurück und kauft sich mit dem geliehenen Geld von Familie und Freunden eine Villa an der Grabenstrasse 3 in Schaffhausen. In dieser Villa gründet er ein Musikhaus und verdient etwas Geld als Klavierstimmer und Reparateur. 1938 unternimmt er auf Anfragen hin erste Versuche mit dem Bauen von Blockflöten, da aus Deutschland vor dem Krieg keine Blockflöten mehr bezogen werden können. Offenbar vermögen ihn diese auf alten deutschen Blockflöten gestützten Versuche zu begeistern und er vertieft sich in die Entwicklung von gut gestimmten und schön klingenden Blockflöten.

 

 

Küng Flötenmanufaktur - Historie
Alte Ansichten
Franz Küng beim Einpassen des Blockes
Franz Küng beim Einpassen des Blockes

Weiterentwicklung der Blockflöten

In den 40er Jahren gibt Franz Küng nach und nach das Musikhaus und die Klavierstimmerei auf und konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der Blockflöten. Auf eine Anfrage von Ina Lohr von der Schola Cantorum Basiliensis (Gründungsjahr ebenfalls 1933), baut er gegen Ende der 40er Jahre bereits Schulflöten in 415 Hz (Sopran und Alt).

1951 gewinnt er erste Preise für seine Alt- und Bassblockflöten. Es folgen Weiterentwicklungen der Modelle bis hin zum Grossbass.

Er kreiert das Modell Meisterstück, Instrumente in allen Grössen, die in exotischen Holzarten wie Palisander, Grenadill und Rosenholz, oft mit Elfenbein verziert, gefertigt werden. Eine gute Verbindung in die USA bringen mit den Jahren enorme Verkäufe dorthin. Die Stückzahlen liegen in den 60er Jahren bei etwa 70'000 pro Jahr.

Grosses Engagement

Trotz rund 18 Mitarbeitenden macht Franz Küng die entscheidenden Arbeiten an den Instrumenten (Block in das Mundstück einpassen und jedes einzelne Instrument von Hand ausstimmen) alleine. Ebenso führt er das Geschäft, kontrolliert und entwickelt Maschinen und führt sämtliche Reparaturen alleine aus. Das sind arbeitsintensive Jahre mit 16 bis 18 Arbeitsstunden pro Tag!

Veränderung in der Produktion

Ein radikaler Schnitt verändert die Situation: Die Schulflöten in deutscher Griffweise werden aus dem Programm gestrichen. Das ist gut die Hälfte der Produktion. Dieser mutige Entscheid wird Ende der 60er Jahre gefällt.

Umbruch in der Manufaktur

Die 60er Jahre sind geprägt von einem grossen Umbruch. Thomas, der jüngere Sohn, beginnt eine Lehre als Feinmechaniker und Flötenbauer im väterlichen Betrieb. Der ältere Sohn Andreas studiert nach der Matura an der Schola Cantorum Basiliensis Blockflöte und alte Musik.

In der gleichen Zeit wird das Firmengebäude im grossen Stil umgebaut. Die alte Villa wird um ein zusätzliches Stockwerk erhöht und auf zwei Seiten hin vergrössert und ausgebaut. Auch ohne die grossen Mengen der Flöten mit deutscher Griffweise nimmt die Produktion so viel Zeit in Anspruch, dass für Entwicklungen oder Verbesserungen an bestehenden Modellen zu wenig Zeit bleibt. Einige Mängel in der Ansprache oder Stimmung bleiben zu lange bestehen, die Qualität leidet und der gute Name erhält einige Kratzer.

Erste Kopien nach Denner

Während des Studiums von Andreas bei Hans Martin Linde entstehen die ersten Kopien nach Denner: Die Altflöte nach J.C. Denner, das Sopranino nach I. Denner sowie eine Flûte de voix.

Nach der ersten Teilnahme am Festival in Brügge 1974 (Franz Küng als  Aussteller und Andreas Küng als Wettbewerbsteilnehmer) entsteht der Subbass CLASSICA und kommt 1975/76 auf den Markt. In der Folge entstehen diverse Grössen historisch inspirierter Modelle, alle in 415 und 440 Hz: Sopranino, Sixthflute, Sopran (auch nach Haka), Flûte du quatre, Alt und Flûte de voix.

1980 erfolgt ein weiterer recht grosser Umbau bzw. Anbau des Gebäudes.

1983 stirbt Franz Küng im Alter von 77 Jahren. Er hat sich nie zur Ruhe gesetzt und tagein tagaus gearbeitet, sogar nachdem die Söhne Thomas und Andreas bereits voll in die Firma integriert waren.

Andreas und Thomas Küng

Nach dem Tod von Franz Küng sind die beiden Söhne verantwortlich für den Betrieb. Es ist klar, dass ein ganz neuer Auftritt den in Folge der Umstände etwas angeschlagenen Namen der Firma wieder verbessern soll. Das beginnt bei der Neugestaltung des Firmenauftritts, führt über Neuentwicklungen verschiedener Modelle und Maschinen zu intensiveren Kontakten nach aussen zu Musikern, Amateuren und zum Musikhandel.

Historie - Thomas Küng
Thomas Küng
Historie - Andreas Küng
Andreas Küng

Gestrafftes Flötenprogramm mit neuen Modellnamen und neuer Preisstruktur

Der neue Auftritt verlangt auch nach gestrafftem Flötenprogramm mit neuen Modellnamen und neuer Preisstruktur. Es entstehen die Namen  STUDIO und SUPERIO, CLASSICA und HISTORICA.

Das Schulflötenprogramm erhält ein neues Design. SUPERIO entsteht in Anlehnung an die barocke Form der Rippert Altflöte in g (390 Hz). Das CLASSICA-Modell ist das altbewährte und immer noch beliebte Modell von Franz Küng, wo alle Grössen vom Garklein bis zum Subbass vertreten sind.

Mit dem Ausbau der SUPERIO-Reihe, der Straffung des weiteren Angebotes und dem vermehrten Auftritt nach aussen kann das Image der Firma kontinuierlich verbessert werden. Insbesondere die Entwicklung des SUPERIO-Basses durch Geri Bollinger ist für die Firma ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. 

Die Marktanteile in Deutschland und den USA steigen. Thomas Küng ist unermüdlich daran, die Produktionsgrundlagen zu verbessern und die Firma investiert in neue Maschinen. Hochentwickelte und präzise, computergesteuerte Geräte entstehen in Zusammenarbeit mit einem cleveren Maschinenbauer in der Schweiz. Das Ziel ist, bei den STUDIO Sopran und Alt den Windkanal und das Labium so genau einzuarbeiten, dass von Hand nur noch der letzte Schliff gegeben werden muss. Viele weitere neue Maschinen kommen hinzu, auch hier mit dem Ziel, besser und genauer zu werden in der Produktion.

75-Jahr-Jubiläum

2008 feiert die Firma Küng Blockflötenbau ihr 75-Jahr-Jubiläum. Jetzt stellen sich die Weichen für eine neue Gestaltung in die Zukunft hinein. Die Zeichen stehen gut, neue Märkte ergänzen die bestehenden und die Beliebtheit der Blockflöte ist vor allem bei erwachsenen Spielerinnen und Spielern ungebremst.

Der grosse Erfolg des SUPERIO Basses macht die Entscheidung leicht, auch den Grossbass und den Subbass zu erneuern. Geri Bollinger nimmt die Arbeit in Angriff, im Wissen, dass dies ein enormer Zeitaufwand für die Entwicklung bedeutet. Dank des aktuellen Trends des Musizierens in grossen Ensembles und Blockflötenorchestern, kommt das Angebot an tiefen Flöten genau im richtigen Zeitpunkt. Die Bestellungen treffen in grosser Zahl ein und die Firma ist mit langen Lieferzeiten konfrontiert. Vor allem im Klappenbau sind Probleme zu bewältigen und das Ziel ist natürlich, diese im Laufe des Jahres 2008 in den Griff zu bekommen.

Der neu entwickelte Subbass erobert noch im selben Jahr den Markt. 

Eagle-Blockflöte

Ab 2008 beginnt zusammen mit Adriana Breukink aus Holland und Geri Bollinger das vielversprechende Eagle Projekt. Schritt für Schritt entstehen Instrumente, die mit ihrem starken Klang zu modernen Instrumenten passen. 

K4 - Die Altblockflöte für den anspruchsvollen Spieler

2012 wird mit der Entwicklung einer neuen Altblockflöte in Zusammenarbeit mit externen Fachkräften ein neues Projekt gestartet. Das neue, einzigartige Instrument für den anspruchsvollen Spieler erhält später den Namen K4. Dieser steht für :

  • P.I. Bressan, für das Profil der Bohrung und die luxuriöse Aussenform
  • Ernst Meyer, Maître Flutier für die extra weite Mensur und dem einzigartigen Voicing
  • Maurice Steger, der meisterhafte Solist und Dirigent
  • Küng, die Manufaktur, die hohe Qualität und traditionelles Handwerk vereint

Die K4 Altblockflöte besticht durch die raumfüllende Klangstärke in tiefer bis hoher Lage und ist ein ideales Instrument für Spieler, welche einen offenen, freien Klang lieben. Diese aussergewöhnliche Altblockflöte wurde in jahrelanger Zusammenarbeit mit Ernst Meyer erschaffen und hebt sich klar von den bis anhin gebauten Blockflöten ab.

Die K4 ist ab 2015 auch über den Handel lieferbar. Das Sortiment kann mit der K4 als wundervollem Instrument entscheidend ergänzt werden. 

Neuer Firmenchef Thomas Küng

2013 verkauft Andreas Küng seine Firmenanteile an seinen Bruder Thomas und steigt aus der Firma aus. Thomas Küng führt die Firma ab April 2014 alleine weiter.

Thomas Küngs Sohn Stefan übernimmt die Geschäftsführung

Im Frühling 2015 steigt Thomas Küngs Sohn Stefan als dritte Generation in den Familienbetrieb ein. Der gelernte Polymechaniker und studierte Wirtschaftsingenieur Innovation bringt in seiner Rolle als Geschäftsführer viel neues Know How in die Firma ein.  

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